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YOGA - DIE KRAFT DES LEBENS

 

Ein Dokumentarfilm von Stéphane Haskell

 

Frankreich 2019, 85 Min.

Mit 40 Jahren wird der Fotoreporter Stéphane Haskell von einer rasend schnell fortschreitenden Krankheit heimgesucht, in deren Folge er vom Rücken abwärts gelähmt ist. Während ihm die konservative Medizin eine lebenslange Behinderung prophezeit, eröffnet ihm Yoga einen Weg zur Heilung.

Nach diesem Erlebnis macht sich Haskell auf eine Weltreise und trifft yogapraktizierende AIDS-Patienten in afrikanischen Gefängnissen und an Multipler Sklerose Erkrankte in Kalifornien, die durch Yoga wieder aktiv zum Leben gefunden haben. Eine berührende Reise, die vom Todestrakt in San Francisco in den größten afrikanischen Slum, zu Massai-Kriegern und einem Treffen mit dem großen Hindu-Meister B. K. S. Iyengar führt, der es mithilfe von Yoga schafft, alle Hindernisse zu überwinden.

 

 

INTERVIEW MIT DEM REGISSEUR STÉPHANE HASKELL

 

 

Sie haben vor Ihrer Erkrankung kein Yoga praktiziert. Wie kamen Sie zum Yoga, wie verlief Ihre erste Annäherung?

 

Meine erste Annäherung ans Yoga fand über einen Umweg statt: Meine Cousine stellte mir einige Monate nach meinen Rückenoperationen eine amerikanische Yogalehrerin vor, die nur auf der Durchreise in Paris war. Sie überzeugte mich davon, mit ihr nach Deutschland in ein Meditationszentrum in der Nähe von Frankfurt zu kommen, wo sie unterrichtete. Zuerst war ich sehr widerstrebend – wegen meiner chronischen Schmerzen und meiner Ignoranz der Yogapraxis gegenüber –, doch sie hat mich nach und nach innerhalb von zwei Jahren an die Haltungen, die Atmung und die Philosophie des Yoga herangeführt.

 

Welche körperlichen und geistigen Vorteile hat das Yoga Ihnen gebracht?

 

Das Yoga hat das Oben und Unten meines Körpers, der in zwei Teile geteilt war, wieder zusammengebracht und mir erlaubt, meinen Körper und meinen Geist zu vereinen, um zu heilen. Mit der Ausbildung, die ich von meiner ersten Lehrerin bekam, studierte ich die verschiedenen Grundlagen des Yoga, die Sutren und die körperlichen und geistigen Grundlagen, die uns die Praxis vermittelt. Indem ich die Jahrtausende alte Geschichte des Yoga und die Leben der verschiedenen Meister, die es vermittelten, studierte, bekam ich ein tieferes geistiges Verständnis.

 

Erzählen Sie uns von den verschiedenen Yogakulturen und -ansätzen, die Sie auf Ihren Reisen erlebten.

 

Der erste Ort außerhalb meiner Kursstunden in Europa war Bali, wohin ich meine Lehrerin begleitete. Dort traf ich eine sehr alte Kultur, die mir für meine persönliche Praxis spirituell sehr viel gab.

Danach Indien, die Wiege des Yoga, wo die Begegnung mit B. K. S. Iyengar und Sharath Jois mir viel über die Herkunft des Yoga zeigte und wie die westliche Welt ihn an eine moderne Welt anpasste.

Die Reise nach Afrika war eine der kraftvollsten, die mir zeigte, bis zu welchem Punkt Yoga universell ist und sich an die verschiedenen Kulturen anpasst – und nicht umgekehrt. In Kenia werden die Kurse mit Freude, Tanz und Musik gehalten. Das ist ein toller Beweis für die Heilkraft des Yoga: dass einige Hoffnung und Selbstachtung darin finden, obwohl ihre Armut und Inhaftierung sie körperlich und mental zerstört.

 

Welcher Ort, an dem Sie praktizierten, hat Sie am meisten inspiriert?

 

Mit dieser fröhlichen und starken Gemeinschaft in Kenia zu üben, war das markanteste Erlebnis.

Das passierte in einem Massai-Dorf in Amboseli am Fuße des Kilimandscharos.

 

Nachdem Sie Ihren Körper zurückerobert und wieder laufen gelernt hatten, drehten Sie einen Dokumentarfilm und schrieben ein Buch. Was ist Ihre nächste Herausforderung?
 

Meine nächste Herausforderung ist es, weiterhin durchzuhalten, mit meiner Arbeit und dem Yoga, um möglichst lange die Vorzüge dieser tausend Jahre alten Praxis weiterzugeben, die uns heilt und uns dabei hilft, unser Leben besser zu gestalten.

 

Was ist der beste Rat, der Ihnen jemals erteilt wurde?

Versuche nicht, andere von den Vorteilen des Yoga zu überzeugen. Praktiziere einfach und die anderen werden die Veränderungen an dir bemerken und Lust bekommen, es selbst auszuprobieren.

 

Ich verstehe plötzlich die Kraft des Yoga, seine Kraft, Wesen, die vom Leben gebeutelt wurden, wiederaufzurichten. Eine Tür öffnet sich für mich. Ich habe wieder Lust bekommen, etwas Neues zu entdecken, es mit anderen zu teilen und meinen Beruf wieder aufzunehmen. Ich werde einen Film machen, einen Film über Yoga.“ Stéphane Haskell in YOGA – DIE KRAFT DES LEBENS

 

 

BIOGRAFIE STÉPHANE HASKELL
 

Stéphane Haskell arbeitet seit 1991 als Fotojournalist bei der Agentur SIPA PRESS. Er erstellt Reportagen zu kulturellen und gesellschaftlichen Themen und arbeitet mit der Medienagentur CAPA zusammen an Dokumentationen und Langfilmen.

 

Acht Jahre lang war Haskell Korrespondent in New York, wo er nach dem Filmstudium an der New York Film Academy seinen ersten Film „Beware of Pity“ drehte, inspiriert von Stefan Zweigs „Ungeduld des Herzens“, der für mehrere amerikanische Festivals ausgewählt wurde.

Zurück in Frankreich kuratierte er aus Leidenschaft für Fotografie und Literatur das Buch „Portraits d‘Auteurs“ (Edition Telemachus), in dem 40 internationale Schriftsteller wie Norman Mailer, John Irving, Daniel Pennac oder Amelie Nothomb einen Charakter ihres Lieblingsbuches verkörpern und dazu in einem Text ihre Auswahl begründen. Der Veröffentlichung des Buches folgte eine Wanderausstellung quer durch Europa

 

Hakell drehte mehrere Dokumentarfilme, darunter der berüchtigte „Tausend Sonnen“, in Indien auf den Spuren von Dominique Lapierre gefilmt, und „Die Stadt der Freude“ sowie „René de Obaldia: Le troubadour du théâtre“ für die Sammlung Emprentes France 5, „Die Straße der Entdecker im Arabien des 19. Jahrhunderts“, der im Louvre als Teil einer Ausstellung über vorislamische Kunst gezeigt wurde, ein Film über das Handwerk auf der ganzen Welt für eine UNESCO-Weltkampagne und kürzlich seinen Dokumentarfilm „Breathe: Yoga ein Hauch von Freiheit“ sowie das Buch „Atmen“ über das Heilen durch die Praxis des Yoga.

 

Yoga bietet eine moderne Form der Freiheit: dem Arbeiter vor der Maschine, einem Gefangenen in der Absurdität der Gefängniswelt, den Armen, um dem Elend zu entkommen, dem Kranken in der Leidenshölle … wir sind alle Gefangene von irgendwas. Yoga liefert einen modernen Zugang zu einer gewissen Freiheit.“ Stéphane Haskell in „Breathe“

MITWIRKENDE

Thérèse Poulsen / Traumatherapeutische Yogalehrerin

Thérèse Poulsen, Yogalehrerin in Bali, hilft traumatisierten Kindern in Asien, die z. B. von einem Tsunami oder von Armut betroffen sind, wieder ins Leben zu finden. Sie gründete die Breath of Hope Association. Poulsen gab Stéphane drei Jahre lang Yogaunterricht im Zen-Zentrum Benediktushof in der Nähe von Frankfurt.
 

Corine Biria / Yogalehrerin nach Iyengar

Corine Biria leitet seit 1984 das Iyengar Yoga Zentrum in Paris. Sie hat eine DVD über die Philosophie des Yoga und die Reflektion des Bewusstseins vom gewöhnlichen Menschen zum Yoga-Bewusstsein zusammengestellt, herausgegeben von der französischen Iyengar Yoga-Vereinigung, und schrieb das zweisprachige Buch „Tales and Legends in Light on Yoga“, ebenfalls von der französischen Iyengar Yoga-Vereinigung herausgegeben.
Ihre zahlreichen Aufenthalte seit 1983 bei B. K. S. Iyengar in Indien haben ihre Praxis in technischer, pädagogischer und therapeutischer Hinsicht bereichert. Kraftvoll, nachdrücklich und großzügig teilt sie ihr Wissen mit ihren Schülern. Ihre Liebe zu Yoga, ihr Ethos, ihre ständige Sorge um Präzision machen sie zu einer respektierten Lehrerin und ausgezeichneten Pädagogin.

Jean-Pierre Farcy / Rücken- und Gleichgewichtsspezialist

Dr. Jean-Pierre Farcy studierte an der Aix Marseille University. Zuerst als Volontär an den Krankenhäusern von Marseille, wurde er schließlich Leiter der Klinik. Farcy schrieb Doktorarbeit über Erkrankungen der Wirbelsäule. Er lehrte Orthopädie an der Universität Kolumbien, dann an der New York University mit einer brillanten internationalen Karriere.
Dr. Farcy ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen, die sich der Wirbelsäule widmen.
Er ist Mitautor mehrerer Lehrbücher und Mitglied von namhaften wissenschaftlichen Gesellschaften.
45 Jahre lang behandelte er Wirbelsäulenerkrankungen, von einfachen Rückenschmerzen bis zu dramatischsten Vorfällen. Diese Erfahrung ermöglichte es ihm, die Behandlungstechniken von Frakturen und großen Deformitäten der Wirbelsäule zu perfektionieren.
Seine Sicht auf Yoga und insbesondere auf Iyengar Yoga und sein therapeutischer Beitrag zu großen
Traumata, der Platz, den er auf dem Gleichgewicht als Gesundheitsmaßstab zumisst, machen ihn zu einem wichtigen Gesprächspartner, um uns über den Beitrag, den Yoga zur allgemeinen Gesundheit und zu Extremfällen im Besonderen beitragen kann, zu informieren. Er hat vor Kurzem das Buch „Ist das Gleichgewicht ein sechster Sinn?“ veröffentlicht.

Die Gefangenen von Saint Quentin

James Fox, US-amerikanischer Begründer des „Prison Yoga Project“, (PrisonYoga.com),
setzt sich für eine weit gestreute Einführung von Yoga in Gefängnissen ein, um Gefangenen bei der Bewältigung ihres Stresses zu helfen und das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Fox arbeitet seit zehn Jahren im Gefängnis und bildet Yogalehrer aus, die dort unterrichten möchten. Er versucht ein Stipendiensystem zu schaffen, das Gefangenen hilft, Lehrer zu werden, und ihre Wiedereingliederung vorbereitet. Mit ihm besuchen wir Gefangene des Gefängnisses von Saint Quentin in Kalifornien. Sie erzählen uns von diesem Experiment und was es ihnen bringt.

 

Eric Small / Yoga und unheilbare Krankheiten

Mit 22 wird bei Erich Small, Mitglied der High Society in New England, Multiple Sklerose diagnostiziert. Small stößt durch Zufall auf das Yogi-Nachschlagewerk von B. K. S. Iyengar und überzeugte sich davon, dass er mit dieser Praxis seine Gesundheit verbessern kann. 1974 ging er zum Lehrertreffen an der University of California, Berkeley, zu einer Konferenz, und es macht „Klick“. Er findet dort eine vollständige Möglichkeit, sowohl seiner Krankheit als auch seiner Verzweiflung zu begegnen. In den 1980er-Jahren ging er nach Indien, um die dort vorhandenen therapeutischen Methoden genauer zu untersuchen.
Klöpper. Nach seiner Rückkehr eröffnete er ein spezialisiertes Zentrum in Kalifornien in einer Abteilung der UCLA (Universität von Kalifornien in Los Angeles) für Patienten mit
Multipler Sklerose. Er passte Iyengar Yoga an und hilft seither Hunderten von Patienten, besser mit ihrer Behinderung zu leben. Heute, fast 80 Jahre alt, gibt er seine Praxis weiter und hat seine Sklerose dank Yoga weiter im Griff.

Abraham und Rachel Kolberg/ Mitglieder der ultraorthodoxen Gemeinde in Beth
Shemesh

Sie zeigen, wie die Yogapraxis diejenigen bereichert, die bereits auf einem spirituellen Weg sind. Israel ist wahrscheinlich eines der wenigen Länder, die Yoga im Militär unterrichten. Unterschiedliche jüdische Erkenntnisse werden auch in die Praxis einbezogen. Die 90 jährige Rachel Kolberg, Yogalehrerin seit 1957, glaubt, dass Yoga in den nächsten Jahren ein Friedenswerkzeug werden könnte. Utopie oder Realität?

Ephrat Michelson / Yogalehrer der Iyengar-Methode in Israel

Die Integration von Yoga in Kultur und Religion ist eine erstaunliche Sache. Von Jerusalem
bis Beth Shemesh zeigen uns verschiedene Yogalehrer ihre Studios.

 

Paige Elenson / Yoga in Kenia

Paige Elenson verließ 2005 die Welt der Wall Street, um sich in Nairobi niederzulassen und das Africa Yoga Project zu gründen, das Yoga in Kiberas Slums trainiert und lehrt (dem zweitgrößten
Slum von Afrika nach Soweto). Mit den Opfern der Unruhen nach den Wahlen 2007 und im Langata-Frauengefängnis, wo AIDS weit verbreitet ist, hält sie einen Unterricht, dessen Wirkung von der Gemeinschaft gelobt wird – eine Integration, die von einer konservativen Gesellschaft nicht erreicht wurde. Traumatisierte Frauen, Slumjugendliche, „Ghetto Girls“: Sie finden durch Yoga die Hoffnung wieder, Ausgeglichenheit und oft einen Job.

Paige brachte Yoga auch zu ihrer „Herzensfamilie“, den Massai. Am Fuße des Kilimandscharo baute sie mitten im Busch Schulen, in denen die Massai-Krieger die Rolle des Yogalehrers übernommen haben und Kinder und Menschen aus dem Dorf unterrichten. Heute praktizieren fast 40 000 Kenianer Yoga, und Paige Elenson rechnet mit einer Ausweitung ihres Verbandes auf andere afrikanische Länder.

Sylviane Vincent / Englischlehrerin, Yoga in der Schule

Sylviane Vincent setzt sich für die Integration von Yoga in der Schule ein und bündelt Überlegungen zum Bildungsbeitrag dieser Praxis dort. Sie zeigt ihr Engagement für die Umsetzung von Yoga in der Schule und begleitet uns bei einem Experiment in einem Collège in Gardanne in der Nähe von Aix-en-Provence.
 

B. K. S. Iyengar / Der letzte Meister

B. K. S. Iyengar wurde 1918 in Südindien geboren. Nachdem er mit 16 Typhus und Tuberkulose überlebt hatte, wurde er vom ersten der modernen Yogis, Sri Krishnamacharya, ins Yoga eingeweiht.
B. K. S. Iyengar, ein Pionier des Yoga im Westen, wurde 96 Jahre alt. Er wurde vom Time Magazin unter die 100 einflussreichsten Menschen der Welt gewählt und gilt als einer der letzten „spirituellen Meister“ unserer Zeit. Er unterrichtete Prominente wie Yehudi Menuhin, der Yoga als „seine zweite Violine“ betrachtete, sowie Tausende von Lehrern, die seine Modernisierung und Verfeinerung des Yoga in jede Ecke der Welt gebracht haben. Viele halten ihn für den „Picasso“ des Yoga. Gleichzeitig wissenschaftlich und modern, hat er seine Kernthesen über Yoga in seinem Buch „Licht auf Yoga“, einer wahren Bibel für alle Lehrer und Schüler, zusammengefasst. Dieser Mann, der an zahllosen Orten auf der ganzen Welt verehrt wird, lebte in vollkommener Askese in seinem Heimatdorf in Indien, wo er immer ein Auge auf den Unterricht für Einheimische und Fremde hatte, die quer durch die Welt reisten, um ihn zu treffen.

 

 

 

 

 

 

STAB

 

Regie Stéphane HASKELL

Drehbuch Stéphane HASKELL

Schnitt Laurence BAWEDIN

Musik Gregory ROGOVE

Produzenten Flair und World in Progress Christophe FÉVRIER

Guillaume ROY

Laurent RAMAMONJIARISOA

Koproduzentin Elise ABREU

 

YOGA - DIE KRAFT DES LEBENS

Sonntag, 20. Oktober 2019 - 11:00 bis 13:45

 

Ein Dokumentarfilm von Stéphane Haskell

 

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