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Das Wunder von Mals

Dokumentation über das Dorf Mals im Obervinschgau in Südtirol, das sich der landwirtschaftlichen Apfel-Monokultur in der Gegend entgegenstellt, den Einsatz von Pestiziden ablehnt und ein Referendum über die zukünftige Bewirtschaftung der Gemeindefläche herbeiführt. Gegen die Übermacht aus Bauernbund, Landesregierung und Pharmaindustrie gelang es den Bewohnern von Mals 2016 nach jahrelangem Kampf, strikte Abstandsregeln durchzusetzen, die den Einsatz von Pestiziden verhindern. (www.filmstarts.de)

Wir befinden uns im Jahre 2018 n.Chr. Ganz Südtirol wird von Monokulturen überrollt und in Pestizidwolken gehüllt ... Ganz Südtirol? Nein! 

Ein von unbeugsamen Vinschgern bevölkertes Dorf hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Mit einem Feuerwerk der Ideen kämpfen die Dorfbewohner gegen eine Übermacht aus Bauernbund, Landesregierung und Pharmaindustrie. Das Ziel: Mals im Obervinschgau soll die erste pestizidfreie Gemeinde Europas werden.

Unglaubliche 76 % der Bevölkerung entscheiden sich schließlich bei einer Volksabstimmung in Mals für ein Pestizidverbot auf dem Gemeindegebiet. 

und das Leben in Südtirol ist nicht leicht für Bauernbund, Landesregierung und Pharmaindustrie, die weiterhin und mit wachsender Verzweiflung versuchen das kleine Dorf endlich zur Aufgabe zu zwingen.

 

Directors Statement

Wenn man die von der Agarindustrie beauftragten und beeinflussten Studien nicht wertet, herrscht in der Wissenschaft große Einigkeit darüber, dass wir auf eine ökologische Katastrophe zusteuern und dass Pestizide eine der Hauptursachen dafür sind. Ganz abgesehen von den Risiken für unsere Gesundheit.

Vor diesem Hintergrund war ich von Anfang an darüber bestürzt, dass man in Südtirol das landwirtschaftliche Experiment Mals mit allen Mitteln abwürgen wollte und immer noch abwürgen will. Der Druck der auf Mals ausgeübt wurde und immer noch ausgeübt wird ist enorm.

Umso erstaunlicher finde ich die Tatsache, dass eine Handvoll Menschen sich dennoch zur Wehr setzt. Diese Menschen interessieren mich! Um sie, und nur um sie, geht es in meinem Film „Das Wunder von Mals“:
„Was bedeutet es sich zu wehren?“
„Wie verändert man sich dadurch?“
„Und wie geht das überhaupt: ‚sich wehren‘?“
„Welche Mittel stehen dazu zur Verfügung, wenn man über wenig Zeit und noch weniger Geld verfügt?“
„Was erlebt, wer Widerstand leistet?“

Vor unseren Objektiven entsteht eine Art „Mikrophysik des Widerstandes“. Unser Film erzählt davon, dass es zwar schwer ist gegen den Strom zu schwimmen, dass es aber gleichzeitig niemanden gibt, der das im Nachhinein bedauern würde. Es ist ein Film der zeigt, dass wir nur deshalb ohnmächtig sind, weil wir denken, dass wir es sind.

Wenn ich sehe, wie viel gelacht wird im Kino und wie fröhlich, begeistert und ermutigt die Zuseher das Kino verlassen, dann bin ich wirklich stolz. Denn Humor ist nicht nur eine der schärfsten Waffen der mutigen Malser, sondern überhaupt eine der besten Methoden, um verhärtete Fronten zu durchbrechen. Mit Friedrich Schiller denke ich tatsächlich: „Wer über alles lachen kann, wird gewiss die Welt verändern.“

 

Nachbericht

Das Wunder von Mals – wie ein Dorf in Südtirol der Agrarindustrie die Stirn bietet

Im Rahmen der regelmäßigen Filmmatinée des Projektes Kinolichtart fand am Sonntag, den 20.01.19, wieder eine besondere Kinovorführung mit anschließendem Filmgespräch im Kinopolis Main-Taunus-Zentrum statt.

Das bekannte Essay „Empört Euch“ des ehemaligen französischen Widerstandskämpfers und UN-Diplomaten Stéphane Hessel zum Vorbild nehmend, zeigt der mutmachende Film „Das Wunder von Mals“ ein Dorf in Südtirol, welches sich statthaft gegen die Apfelmonokulturen und damit einhergehenden Pestizide wehrt.

Dem Regisseur Alexander Schiebel ist es gelungen, ein humorvolles Portrait eines Dorfes zu zeichnen, welches sich mit kreativen Methoden gegen den Einzug der Apfelmonokulturen in seiner Umgebung wehrt. Die unbeugsamen Vinschger kämpfen bis heute standhaft gegen eine Übermacht aus Bauernbund, Landesregierung und Pharmaindustrie.

Das Ziel des Dorfs: Mals soll die erste pestizidfreie Gemeinde Europas werden. 75% der Bevölkerung entschieden sich im Rahmen einer Volksbefragung für das Pestizidverbot auf dem Gemeindegebiet. Doch die Südtiroler Apfellobby denkt keinen Augenblick daran, dieses Votum der Bevölkerung zu akzeptieren und kämpft mit allen Machtmitteln.

Ein ungleicher David gegen Goliath Kampf beginnt, in dem die Menschen in Mals über sich hinauswachsen. Denn ihr „Nein“ zu Pestiziden und Monokulturen ist gleichzeitig ein „Ja“ zu Vielfalt, Schönheit und Eigenart, ein „Ja“ zur eigenen Identität.

Das Wunder von Mals“ ist ein Film, der Zuversicht und gute Laune schenkt. So empfanden es sicher auch die Zuschauer, die im anschließenden Filmgespräch mit Albrecht Denneler, Gartenbaumeister sowie einer der geschäftsführenden Gesellschafter des Dottenfelderhofs in der Nähe von Bad Vilbel, Fragen zum ökologisch dynamischen Anbau stellen konnten.

Der Experte des Demeter Hofes gab Einblick in seine Arbeit und das Thema Pestizidalternativen im Ökolandbau.

Am Ende waren sich alle einig, dass der Verbraucher zum großen Teil darüber entscheidet, welches Obst und Gemüse angeboten wird, und dass unsere Lebensmittel endlich wieder ihren Namen verdienen sollten. Ein toller Vorreiter und gutes Beispiel ist hier sicher der Dottenfelderhof.